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Das Wappen oberhalb der Türe enthält zwei nach oben gekehlte, sich krümmende Fische. Auf dem Helm als Helmzier ist ein wachsender bärtiger Mann, der einen Schlüssel hält.

Hs.-Nr. 14. Hof zum neuen Keller und Estenfeld. Ehedem im Besitz der Familie v. Estenfeld, später der Familie Nebstock und im 16. Jahrhundert des Stiftes Haug. Der Grundbesitz war ein sehr großer. Laut einer Urkunde von 1213 ging durch ihn eine Gasse, welche Lowergazze hieß.

Hs.-Nr. 15. Ehemals der Präsenzhof des Stiftes Haug.

Hs.-Nr. 17. Bildete mit dem Haus Franziskanergasse Nr. 1 den Hof Heidenheim.

Valentin Beckerstraße.

6. (Rennweg-)Bezirk. Von der Hindenburgstraße südöstlich bis zur Bahnüberführung nach der Seinsheimstraße. Früher Glasweg. Er leitet seinen Namen von der uralten historischen Benennung der Ortslage "im Gras" ab. Es bezeichnet das fruchtbare im Osten der Stadt gelegene Bauland, zum Gegensatz vom Sand. Das "Gras" erstreckte sich bis zur Lage "Im Sand" (siehe Sanderglacisstraße). Über die Vorstadt "Gras" oder "Im Gras" siehe Göbelslehnstraße. Valentin Eduard Becker, geboren am 20. November 1814 als der älteste Sohn eines Armenpflegschaftssekretärs und Chordirigenten zu Stift Haug, besuchte zuerst die Volksschule, dann das Gymnasium. Kränklichkeit zwang ihn, aus diesem auszutreten und Dienst beim Stadtmagistrat zu nehmen, wo er es bis zur angesehenen und verantwortungsreichen Stellung des Stadtkämmerers brachte. Von seinem Vater wurde er in der Musik ausgebildet, der er auch Zeit seines Lebens treu blieb. V. schuf einige Theaterwerke, welche sich aber wegen des veralteten Orchesterstils nicht lebensfähig erwiesen, dafür waren dies umsomehr seine Liederkompositionen. Auf diesem Gebiet war Becker ein echter Sänger fränkischer Sitte und fränkischen Humors. Wiederholt wurde der Meister preisgekrönt. Weltbekannt sind geworden: Das Kirchlein und Frisch, ganze Kompagnie. Von seinen Studentenliedern werden das der Alma Julia gewidmete Jubiläumslied "Herr Julius Echter", "Was die Welt morgen bringt", "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" und "Das war der Zwerg Perkeo" gerne gesungen. Becker, der Mitbegründer der Liedertafel, von 1847 bis 1877 Dirigent des Sängervereins und dann des Akademischen Gesangvereins war, blieb bis an sein Lebensende voll Frische und Freudigkeit. Unerwartet schloß der Künstler am Morgen des 25. Januar 1890 seine Augen für immer. 1895 wurde in den Anlagen vor dem Rennwegertore von den deutschen Sängern ein Beckerdenkmal errichtet. An seinem Hause Textorstraße 13 brachte man eine Gedenktafel an. Hs.-Nr. 2. Das alte Haus des Akademischen Gesangvereins (Schweizerhausstil) wich einem prächtigen Neubau, der am 1. November 1913 eingeweiht wurde. Bereits im Jahre 1891 hatte die genannte

Studentenkorporation dank einer glücklich genommenen Entwicklung den Vorzug, obwohl erst 19 Jahre alt, zuerst von den hie

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