Vorschau

322    1675 XII. 21.

[1675/76.]

Anno millesimo sexcentesimo septuagesimo quinto , die decimo T £ 273 v
octauo Septembris, Rector Magnificentissimus renuntiatus est L
Reuerendissimus ac Celsissimus Princeps ac Dominus, D. Petrus
Philippus [de Dernbach], Episcopus Bambergen-
sis et Herbipolensis, Franciae Orientalis Dux etc., qui in
sui Vice-Rectorem sublegit Admodum Reuerendum et Magnificum
Dominum Joannem W i n h e i m , SS. Theol Doctorem, Nouimonasterii
Decanum.1

[1675.]

XII. 21. Ego Goswinus Casparus a Ketteler ex Har- f£ 275r
kotten Westphalus, Cathedralis Ecclesiae Worma- L
tiensis Canonicus, logices studiosus, inschripsi me vigesimo
primo Decembris 1675, dedi Dalerum; eodem die incoepi
Biennium.2

1 In einem reich gemalten Kranze, die ganze Seite füllend; f. 274r das fürst-
bischöfliche Wappen, f. 274» weiß. Immatrikulierte in diesem Rektoratsfahre wären
gar nicht verzeichnet, da f. 275* sofort die Überschrift für das Rekloratsjahr 1776¡77
erscheint. Man müßte annehmen, daß die betreffenden (zwei oder drei) Blätter ver-
loren gingen. Allein wenn man gleich beim ersten Namen des angeblich folgenden
Rektorats das Datum 21. Dez. 1675, beim zweiten das des 4. Febr. 1676 liest, so ist
klar, daß diese Immatrikulationen nicht dem Rektorats fahre 1676/77 angehören
können, sondern ins Jahr 1675f76 zu setzen sind. Der Kranz mit der Inschrift,
welche das erstere Jahr einleiten soll (f. 275*), ist demnach, wie öfters, erst später
angebracht worden, und zwar an falscher Stelle: beides hätte f. 276* seinen richtigen
Platz gehabt, denn dort scheint, wie auch die Aufführung der gewöhnlich zu Reginn
des Schuljahres sich einschreibenden Jesuiten nahelegt, tatsächlich das Rektorats-
jahr 1676f77 zu beginnen. Andererseits kommen f. 277r plötzlich Namen mit dem
Datum 6. Mai 1676, die also in das Jahr 1675f76 gehören. So drängt sich un-
umgänglich die Annahme auf, daß die Rläiter 276 und 277 falsch eingeheflet sind
und ihren Platz zu wechseln haben. Aber auch so bleibt es höchst unwahrscheinlich,
daß alle Namen, die im Rektorats fahre 1675/76 eingetragen wurden, auf diesen spärlich
drei Seiten zusammengedrängt wyren, nachdem wir Jahre mit 4—6 Seiten voraus-
gehen sahen und solche wieder folgen. Ebenso ist es ganz unglaublich, daß f. 276 alle
Immatrikulierten des Jahres 1676/77 gebe. Versetzung und Verlust von Rlältern
läßt denn auch das Matrikelbuch trotz dem neuen Einbande als höchst wahrscheinlich
erkennen: f. 276 ist am oberen, unteren und inneren Rande stark überklebt, war also
schadhaft; oben geht die Überklebung über fast ein Drittel der Seite. (Indes kann
man, das Rlatt gegen das Licht haltend, mit Sicherheit fcststcllen, daß unter dem auf-
gekleblen Streifen nichts geschrieben stand, wie überhaupt der Ruchbinder sehr vor-
sichtig verfuhr.) Ebenso sind f. 277 und 278 am Falze auf Streifen geklebt, waren
also lose gewesen, was bei einem etwa anderthalb Jahrhunderte in häufigem Ge-
brauch gewesenen, von Tausenden gehandhabten Bande nicht auffallen kann. —
Diesen Erkenntnissen entsprechend setzen wir die Überschrift für das Jahr 1676¡77
dahin, wo sie einzig paßi, d. h. an die Spitze von f. 276*, und geben die f. 275 und
277 stehenden Namen unter dem Rektoratsjahre 1675f76, wohin sie tatsächlich gehören.
8 Der letzte Satzteil mit anderer Tinte und etwas anderem Zuge. Es folgt ein leerer
Raum von einigen Zeilen.

Virtuelle Bibliothek Würzburg

Virtuelle Bibliothek  > 20/NZ 90330 V4-5 - Die Matrikel der Universität Würzburg /1,1  > Erste Hälfte  > Seite 322