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die Vettelordenskirchen Oberitaliens hinweisen. Sehr beachtenswert ist der südlich an die Kirche angebaute geräumige Kreuzgang vom Ende des 13. Jahrhunderts. Das Äußere ist wenig auffällig, die Fenster wurden vielfach im

17. Jahrhundert geändert. Abgesehen vom Chor fehlen die Strebepfeiler. Der Blick ins Innere zeigt das in sechs Arkaden geteilte Langhaus. Die Stichbogen ruhen auf schlichten Säulen mit achteckigem Sockel, glattem Schaft und einfachem kelchartigem Kapital, das abgedeckt ist von einer quadratischen Platte. Das Gewölbe ist erst 1614 entstanden. Die Valentinuskapelle, welche 1612 neu erstand, ist an die Kirche angebaut. Über der Kapelle wurde ein Saal, der Valentinussaal, erbaut. Dieser wurde als Kapitelsaal, sowie auch allem Anscheine nach zu größeren akademischen Feierlichkeiten, zu Disputationen und Promotionen, vielleicht auch zu Vorlesungen der Lektoren des Klosters benützt. 1902 wurde der Saal in seiner alten Pracht wieder hergestellt. Die Kirche, in der bis zur Vollendung der Universitätskirche der akademische Gottesdienst stattfand, ist sehenswert. In ihr finden sich Gemälde der Maler Onghers, Micka und I. A. Urlaub und herrliche Grabdenkmäler. 1330-1882 wurde die Kirche renoviert. Der gegen die Domerschulstraße zu gelegene Friedhof wurde im Anfang des vorigen Jahrhunderts aufgelassen. An der Kirchenmauer sind noch Neste (Tafeln) aus der Zeit, als der Platz noch als Begräbnisstätte diente, vorhanden. Das Kloster hat die Hs.-Nr. 7.

Der Platz vor dem Hofe Ober-Frankfurt (Franziskanerplatz 2) ist dem Fürstbischof Christoph Franz von Hutten (1724-1729) zu verdanken, der den Garten vor den Häusern 4 und 6 ankaufte, die Gartenmauern niederreißen ließ und einen freien Platz schuf.

Hs.-Nr. 1. Hof Wolfmannszichlein, später Göckershof (nach der Besitzerin Frau K. Göckel). Der Hof war Eigentum des Bürgermeisters und Bildhauers Hans Tilman Riemenschneider. Das Andenken des Meisters hat der Historische Verein durch einen im Jahre 1849 ober dem Tore dieses Hauses angebrachten Denkstein mit der Inschrift: Wohnhaus des Bildhauers Tilman Riemenschneider, gest. am 8. Juli 1531, zu wahren gesucht. Das Haus ist seit zwei Jahren im Besitz der Firma Gg. V. Schott, Installationsbüro und Fabrik elektrischer Apparate.

Hs.-Nr. 2. Hof Oberfrankfurt. Das Haus verrät durch die oberhalb dem Tore angebrachten Kriegstrophäen den Stand seines ehemaligen Bewohners, des berühmten Architekten Balthasar Neumann (siehe Neumannstraße). Am Hause ist eine Gedenktafel angebracht, deren Inschrift lautet: Wohnhaus des fürstbischöflichen ArtillerieHauptmanns und Architekten Balthasar Neumann, Erbauer des hiesigen Nesidenzschlosses 1720-1744 und dieses Hauses.

Hs.-Nr. 3. Haus zum grünen Stein, auch kurzweg Grünstem. Am Portale sieht man das Wappen des Bischofs Johann Gottfried von Guttenberg (1684-1698), unter dessen Regierung der Kammerrat Pfenning das Haus neu erbauen ließ. Im Hause befand sich einige Zeit die Medersche Höhere Knabenerziehungsanstalt.

Hs.-Nr. 5. Hof zum Kohlhasen oder Kohlhausen. Hier befand sich eine Neihe von Jahren (bis 1869) das viel besuchte Cafè Schmitt.

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