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dekoration besonders lebhaft wirkt, spricht sich der stolze bürgerliche Sinn der aufblühenden Stadt aus.

Hs.-Nr. 5. Hier stand das Waghaus, das dann als Feuerhaus verwendet, 1868 aber abgerissen wurde und zum Besitz des Gasthofes zum weißen Lamm kam.

Marienstraße.

4. (Neumünster-)Bezirk. Verbindet die Wallgasse mit dem Haugerring. Königin Maria von Bayern, geboren am 15. Okt. 1825 als die Tochter des

Prinzen Wilhelm von Preußen, vermählte sich am 12. Oktober 1842 mit dem damaligen Kronprinzen und nachherigen König Maximilian II. Joseph, der am

10. März 1846 starb. Nachdem sie seit dem Tode ihres Gemahls in gänzlicher Zurückgezogenheit gelebt hatte, trat sie am 12. Oktober 1874 zur katholischen Kirche über. Die Königin-Witwe, welche fast immer in Elbigenalp (Lechtal) wohnte, starb am 17. Mai 1889 in Hohenschwangau.

Marktplatz.

4. (Neumünster-)Bezirk. Erstreckt sich von der Karmelitenstraße bis zum Kürschnerhof und Schönbornstraße. Der Marktplatz gehörte einst zum Judenviertel. Im Mittelalter wohnten die Juden in jenen Orten, wo sie sich niederlassen konnten, in der Regel in bestimmten Straßen oder Stadtteilen beieinander. In Würzburg, wo dieselben schon im Jahre 1119 urkundlich vorkommen, bewohnten sie einen nördlich von der Domgasse gelegenen Stadtteil. Dieser Stadtteil war von zwei "Judengassen" durchschnitten. Die ältere hievon, welche von der Domgasse gerade auf die Synagoge zu führte, existiert heute noch unter dem Namen Schustergasse, die andere, vordem St. Jörgengasse genannt, ist verschwunden. Auch der Begräbnisplatz der Juden, in Urkunden "Judenkirchhöflein" genannt, befand sich in diesem Stadtteil, in der Nähe des heutigen Schmalzmarktes. Außerdem natürlich die Synagoge, die Schule, Judenherberge und einige Zeit ein Rabbinengericht. Ein Teil des heutigen Marktplatzes war der Judenmarkt, theatrum Judeorum. In alter Zeit befand sich der größte Teil des Handels in Händen der Juden. Auf dem Markte hielten sie ihre Waren feil. Merkwürdigerweise gab es noch ein zweites Judenviertel und zwar am Judengarten zu Pleichach, wo zum Beispiel die im Jahre 1147 erschlagenen Juden beerdigt wurden. Auch später wird dieser Judengarten noch genannt. Die Juden hatten schwer unter Verfolgungen zu leiden. So kamen viele 1147 und 1298 ums Leben. Weiters brach im Jahre 1348 eine grausame Verfolgung der Juden aus, die namentlich für die in Würzburg wohnenden Juden verhängnisvoll werden sollte. Zwar hatten erst im Jahre 1337 die Würzburger urkundlich den Juden aufs Neue Schutz zugesagt und einen jeden Einwohner, der sich eines Auflaufes gegen dieselben schuldig mache oder daran teilnehme, mit Verbannung aus der Stadt bedroht. Allein bei der Judenverfolgung des Jahres 1348 sahen sich auch die Juden in Würzburg an

Leib und Leben bedroht. Ratlos und an ihrer Rettung verzweifelnd, schlossen sich die Juden in einige ihrer Häuser ein, steckten dieselben in Brand und

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