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oberst der Kavallerie genehmigt wurde. B. starb am 30. Juli 1893 in Friedrichsruh, wo er auch beigesetzt ist. Zahllose Denkmäler und Bismarcksäulen zeugen von der innigen Verehrung, die das deutsche Volk seinem bedeutendsten Staatsmanne zollt.

Hs.-Nr. 22. Geschäftshaus der Portland-Zementfabrik Karlstadt a. M. Am

28. Oktober 1908 erfolgte die Einweihung des neuen Heimes. Der Grundstein zum Gebäude wurde am 8. Oktober 1907 gelegt. Projektierung und Bauführung lag in den Händen des Architekten Chr. Mayer in Würzburg. Ein überaus stattliches Gebäude von über 500 Quadratmeter bebauter Fläche erhebt sich hier in vier Geschossen und gibt Zeugnis von der Verwertungsmöglichkeit der Zementprodukte und von dem Fleiße und dem Streben deutscher Industrie. Das ganze Gebäude ist in allen seinen Teilen aus Zementartikeln hergestellt. Die Geschichte der Firma ist kurz folgende: Im Oktober 1885 kaufte eine aus mehreren Herren bestehende Gesellschaft in der Nähe von Karlstadt a.

M. Grundstücke und eröffnete bei Laudenbach eine kleine Zementfabrik. Am 15. Februar 1886 wurde die Gesellschaft unter der Firma Ludwig Roth, Karlstadt a. M., ins Handelsregister eingetragen. Als Inhaber war Herr Bergingenieur Ludwig Roth zu Wetzlar benannt. 1887 entstand die Fabrik in Karlstadt a. M. Am 24. April 1890 wurde alsdann das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft unter der Firma Portland-Zement-Fabrik Karlstadt a. M. vorm. Ludwig Roth umgewandelt. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde auf 2 1/2 Millionen Mark festgesetzt. In den nächsten Jahren wurde die Fabrik wiederholt erheblich vergrößert. Das Grundkapital wurde zu diesem Zweck um 1 Mill. Mark erhöht. Neben Portland-Zement wird in der Fabrik auch ein hydraulischer Kalk hergestellt, von altersher in unserer Gegend Roman-Zement genannt. Wiederholt wurden dem Werke Auszeichnungen zuteil. Mehrere Fürstlichkeiten beehrten das Unternehmen mit ihrem Besuche. Der Vorstand der Fabrik besteht gegenwärtig aus den Herren Direktoren Max Kahle, Kommerzienrat in Würzburg und Dr. Georg Foucar in Karlstadt, stellv. Vorstandsmitglied ist Herr Direktor Carl Küffner in Würzburg.

Hs.-Nr. 23. Postgebäude. In demselben ist das Bahnpostamt, das Postamt Würzburg II einschließlich der Zeitungsexpedition untergebracht. Es wurde 1901 der Benützung übergeben. Um die Verbindung zwischen dem Ringpark und dem Postgebäude herzustellen, wurde der Quellenbach überwölbt und Treppen-und Terrassenanlagen errichtet.

Blasiusgasse.

4. (Neumünster-)Bezirk. Führt parallel mit dem Kürschnerhof von der Domstraße zum Marktplatz. Die Gasse führte früher, laut Urkunde aus dem Jahre 1362, den Namen Schleifergasse von den dort wohnhaft gewesenen Schleifern. Der hl. Blasius, einer der 14 Nothelfer, war Bischof zu Sebaste in Kappadokien, um 316 Märtyrer unter dem römischen Kaiser Licinius. Blasius

wird als Schutzpatron gegen Halsweh verehrt, weil er einen Knaben, dem eine Gräte im Halse stecken geblieben war,

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