Über diese Handschrift

M.p.th.f.61



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M.p.th.f.61

Evangelium secundum Matthaeum cum glossis - Sacramentarium Gelasianum rescriptum (Fragment)
Kalbspergament (insularer Typ).
34 Blatt und 30 Einlegezettel.
290 x 235 mm
Irland, ein Teil der Glossen auf dem Kontinent
2. Hälfte 8. Jahrhundert, Glossen und Kommentare Anfang 9. Jahrhundert

Referenz: Thurn 3,1, S. 44
  • 1r - 34v: Evangelium secundum Matthaeum
    Incipiunt evangelia numero quatuor, Matheus, Marcus, Lucas, Johannis.
    Liber generationis ...
    1v, vor 1,18: Incipit evangelium secundum Matheum. Der Text steht den irischen Mischtypen von CLA II, Nr. 272 (Codex Usserianus II, Dublin, Trinity College 56, A.IV.6, 8./9. Jahrhundert) und CLA V, 653 (Missale Bobbiense, Paris, Bibliothèque Nationale, Ms. lat. 13246) nahe. Das Evangelium ist in abnehmender Intensität bis 16,19 mit Interlinear- und Marginalglossen versehen, dazu sind 30 Zettel mit Kommentarbruchstücken eingeheftet. Sie stehen dem Matthäus-Kommentar des Hrabanus Maurus nahe. Verwendet sind nach den Quellenvermerken Africanus, Ambrosius, Arnobius, Augustinus, Beda, Eusebius, Faustus, Gregorius Magnus (Moralia und Reg. past.), Hieronymus, Ignatius, losephus, Origenes.

    Literatur:
    Edition und Bearbeitung durch K. Koeberlin, Eine Würzburger Evangelienhandschrift (M.p.th.f.61 s. VIII), phil. Diss. Erlangen 1890, Augsburg 1891. Literatur: Lit.: P. McGurk, The Irish pocket gospel book, in: Sacris erudiri 8 (1956), S. 249-270. CLA 1416. CLLA, Nr. 216. K. Gamber, Liturgiebücher der Regensburger Kirche aus der Zeit der Agilolfinger und Karolinger, in: Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg 8 (1974), S. 24; die in beiden Arbeiten gewonnenen Erkenntnisse werden von Gamber in einer Reihe von Schriften wiederholt, die hier aus Platzgründen unerwähnt bleiben müssen. M. Cahill, The Wuerzburg Matthew.
Beschreibstoff
Material: Kalbspergament (insularer Typ).
Blattzahl: 34 Blatt und 30 Einlegezettel.
Lagen: V(10) + V(20) + 6 Einschaltbl.(24) + V(30) + II(34) (in Lage 1 nach Bl. 1 drei, nach Bl. 2 vier, 4 zwei, 5 zwei, 6 zwei, 9 ein Einlegezettel aus Pergament; in Lage 2 nach Bl. 11, 12, 13, 17 jeweils 1 Einlegezettel; in der letzten Lage nach 31 ein, nach 32 fünf Einlegezettel, insgesamt somit 30).
Seitenlayout
Format: 290 x 235 mm
Schriftraum: 245-250 x 185-190 mm
Spaltenzahl: Einspaltig
Zeilenzahl: 25-27 Zeilen (zur Liniierung vgl. CLA IX, 1415; Zirkeleinstichlöcher an beiden Rändern).
Schrift
Schrift 1: Irische Majuskel
Der große Zeilenabstand legt nahe, dass die Handschrift von vornherein für Glossierung vorgesehen war. Interpunktion mit Punktgruppen für größere, mittlerer Punk toder .. für kleinere Pausen. Auslassung 32v mit Einfügesymbol ergänzt am unteren Rand. Verschiedene typisch insulare Abkürzungen und Schreibfehler (vgl. CLA IX, Nr. 1415).
Schrift 2: Irische Minuskel
Interlinearglossen in irischer Spitzminuskel einer Hand, Kommentare auf eingehefteten Einlegezetteln in irischen Minuskeln verschiedener Hände, jeweils frühes 9. Jahrhundert. Ähnlichkeit mit den Händen in M.p.th.f.12 (vgl. CLA IX, 1415 und Spilling, Handschriftenüberlieferung, S. 889-892).
Glossen,
Ergänzungen:
Der Zettel 15 und das Bifolium 21 und 24 sind liturgische Texte, die palimpsestiert und mit irischer Schrift im 9. Jahrhundert überschrieben wurden. Die ursprüngliche Schrift war eine irische Majuskel. Auf dem Bifolium stehen Teile eines Gregorianischen Sakramentars (vgl. CLA IX, 1416).
Auf Kommentarzettel 29 finden sich irisches Namensgut und Angaben über irische Komputistik, daneben mittelgriechische Zahlen; erwähnt werden unter anderem Mo-Sinu maccu Min = Sinlan, Abt von Bangor, + 610, Mo-Cuonroc macco Neth Semon, Cranny Island im Südwestarm des Strangford Loch (Bischoff-Hofmann S. 99, ediert und kommentiert bei Dáibhí O'Cróinín, Mo-Sinnu moccu Min and the computus of Bangor, in: Peritia 1, 1982, S. 281-295; Kenney, Sources 1, S. 636).
Einband
Beschreibung: Holzdeckel mit neuem Schaflederrücken. Titel auf Pergamentstreifen auf dem Vorderdeckel. 1 Schließe, Spuren von Kettenbefestigung am Hinterdeckel oben. Restauriert.
Ausstattung: Im Text rote Überschriften und schwarze, einfache, zumeist rot ausgefüllte Initialen. Anfangsworte sind z.T. rot umpunktet, vgl. etwa 1r, 1v.
Entstehung: In Irland für Studienzwecke geschrieben. Vielleicht kam der Band mit Clemens Scotus, der nach 826 in Würzburg starb, in die Dombibliothek (vgl. Bischoff, Mittelalterliche Studien, Bd. 1, S. 225, 253).
Provenienz: Dombibliothek Würzburg
Frühere Signatur: Vorderdeckel: Auf dem Titelschild rechts 88
Die problematische Restaurierung des Rückenleders tilgte die dort vormals verwischte Signatur LXXXVIII (vgl. Bischoff-Hofmann S. 99).

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